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20110206

Reisebericht Kuba 2010

source: Win Wings - Josef Büeler

Eine motivierte Gruppe von GleitschirmpilotInnen trafen sich am frühen Samstagmorgen beim Check-in auf dem Flughafen in Kloten.

Gabriella, Thomas, Daniel, Manuela und René, Brigitte und Thomas, und ich. Unfallbedingt musste meine Freundin Therese schweren Herzens eine Woche vor der Abreise die Teilnahme absagen.

Die 2 x 23kg Gepäckfreimenge pro Person wurden praktisch bis zum letzten Kilo ausgenutzt. Schliesslich hatten wir jede Menge altes Gleitschirmmaterial dabei, welches für die kubanischen Piloten bestimmt war.Der Flug und der Transport ins Hotel klappte für die Meisten ohne Probleme. Nur Renés und Manuelas Koffer machten eine Pause in Paris. Nach einer wahren Odyssee von vier Tagen kamen sie mitten in der Nacht an. Die Freudeschreie von Manuela konnten fast im ganzen Hotel gehört werden :-) !

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht, übernahmen wir am nächsten Tag unsere Mietautos und fuhren nach Trinidad. Da die Übernahme unserer Fahrzeuge ein wenig dauerte und wir unbedingt zuerst ans Meer wollten, mussten wir unsere Unterkünfte (2 private Casa Particulares) dann im Dunkeln suchen. Dafür entschädigte uns das reichhaltige Nachtessen mit Hummer und anderen kubanischen Köstlichkeiten!

 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg durch den Dschungel der Sierra Escambril nach Santa Clara, zu unserem ersten Flugspot. Leider war der Wind zu stark und wir beschlossen unser Hotel in Santa Clara zu beziehen. Auch am folgenden Tag wehte der Wind noch zu kräftig. Die meisten PilotInnen nutzten die ideale Landewiese um ihre Groundhandlingfähigkeiten zu trainieren und zu verbessern.

Weiter ging es nach Bayamo wo wir für vier Tage im Hotel Sierra Maestra unser Quartier aufschlugen. Der Pool im Hotel war so einladend zum Relaxen, dass einige auf einen Flugtag verzichteten.

Die nächsten drei Tage waren fliegen und festen in und um Guisa angesagt. Leider waren die Bedingungen am Coralillo nicht immer ideal.

Coralillo

Es galt beim Start das richtige Fenster zu finden, ansonsten musste man die 80 Höhenmeter vom Lande- zum Startplatz wieder unter die Füsse nehmen. Einige Piloten schafften es aber, den Startplatz um 1000m zu überhöhen!

El Macho

Anstatt vom El Macho zu fliegen, entdeckten wir am Samstag einen neuen Hügel wo wir bis zum Sonnenuntergang soaren konnten. Wenigstens jene PilotInnen die den zehnminütigen Aufstieg nicht scheuten. Das Spanferkelessen am Freitagabend wurde vom Gleitschirmclub Guisa organisiert. Das Ferkel war sensationell zart und die vielen kubanischen Spezialitäten als Beilage waren eine wahre Gaumenfreude! Wir wurden von den Frauen des Clubs bekocht!

Hausberg in Guisa

Am Samstagabend war dann abtanzen auf dem Dorfplatz in Guisa angesagt, wo jeweils die ganze Jugend oder besser gesagt das ganze Dorf mittanzte. Von den Kleinkindern bis zu den Greisen war alles auf den Beinen, auch die Schweizer Delegation festete kräftig mit!

Pilon

Am Montag fuhren wir weiter nach El Pilon, ein traumhaftes Soaring und Thermikgebiet an der Südküste der Sierra Maestra. Alexander (Chaves) und Javiel zwei Gleitschirmpiloten aus Guisa, begleiteten uns nun auf der Reise. Nicht weit liegt die der Landestelle des Bootes von Fidel und Che, wo die Revolution ihren Anfang nahm! Da der Wind zu stark war, entschlossen wir uns zuerst ins Hotel zu fahren und gegen Abend zurückzukommen. Als wir vor dem Club Amigo vorfuhren, wartete das gesamte Hotelpersonal dieses grossen all-inclusive Ressort vor dem Eingang. Es stellte sich aber heraus, dass diese nicht auf uns, sondern auf einen Gwa-Gwa (Bus) mit kanadischen Touristen warteten. Diese wurden dann auch mit allem was so dazugehört (Musik, Drinks, etc.) in Empfang genommen. Der Kulturschock nach unserem Aufenthalt in Guisa hätte nicht grösser sein können. Am Abend war der Wind leider immer noch zu stark.

Dafür waren dann die Bedingungen am folgenden Tag ideal. Alle Piloten konnten zwei lange Flüge geniessen. Da ich sowieso ein wenig erkältet war und auf fliegen nicht so richtig Lust hatte, machte ich den Rückholer.

La Mula

Dann hiess es vom dekadenten Luxushotel Abschied zu nehmen und uns auf die sehr rudimentären Bedingungen im Campismo La Mula einzustellen. Dafür hatten wir auf der zweistündigen Fahrt, der Südküste entlang, Zeit. Kaum angekommen entschied sich der harte Kern der Gruppe einen schweisstreibenden Aufstieg in der fast windstillen Nachmittagssonne auf sich zu nehmen. Dieser wurde mit einem etwas verlängerten Abgleiter belohnt. Danach gesellte man sich schliesslich zu den anderen an den kristallklaren, natürlichen Süsswasserpool!

 

Um die Erfahrung des Vortages reicher, besorgten wir uns dann am nächsten Morgen ein paar Pferde für unser Material. So ohne Ausrüstung war der Weg zum Startplatz ein reiner Spaziergang. Der Tag sah viel versprechend aus, was sich auch bestätigte. Mit gut 1200m reichte die Basishöhe aber leider nicht um den höchsten Berg Kubas, den Pico Tourquino zu überfliegen. Trotzdem war es sehr eindrücklich, an den mit dichtem Dschungel überwachsenen Flanken entlang zu gleiten.

 

Abends führten wir uns dann wieder ein Spanferkel zu Gemüte. Dieses war aber kein Vergleich mit dem gegrillten Macho (männliches Schwein) von Guisa , so die einstimmige Meinung! Am nächsten Tag fuhren wir noch den restlichen Weg nach Santiago, immer entlang der wilden Südküste. Nach dem Einchecken im Hotel machten wir uns auf ins Fluggebiet. Der Startplatz in Santiago ist unmittelbar neben einem Aussichtsrestaurant, einem so genannten Mirador. Wir genossen im Schatten die Aussicht auf Santiago und die starke Seebrise. Nach zwei Stunden gaben wir die Hoffnung auf das Nachlassen der Brise und auf einen Flug auf. Wir entschlossen uns den Liegestuhlpiloten, die am Pool geblieben waren, bei den Mojitos zu helfen. Am darauffolgenden Morgen hiess es dann früh aufzustehen und am Aeropuerto die Autos zurückzugeben. Wir checkten nach Havanna ein.

Zurück in "La Habana" entdeckten wir die Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Ein würdiger Abschluss unserer auch kulinarischen Kubareise bildete das Nachtessen bei "Donna Blanquita". Sie verwöhnte uns mit unzähligen kreolischen Spezialitäten!

Am nächsten Tag hiess es wieder Abschied zu nehmen von Kuba. Mit einem riesigen Rucksack gefüllt mit Eindrücken landeten wir glücklich wieder in Zürich.

 

Merci an alle Reiseteilnehmer und Teilnehmer, ihr seid eine tolle Gruppe gewesen!!

Josef Büeler

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